Färben mit Pflanzenfarben


Ende April 2012 war es endlich soweit. Nach langem Hadern habe ich meine ersten pflanzengefärbten Stoffe geschafft. Meine ersten Experimente beschränkten sich auf die Krappfärbung und die Birkenfärbung.

Nachdem wir bei den Templern Tornow im vergangenen Herbst schon eine wunderbare große Eisentuppe gefunden hatten, war es nur noch ein kleiner Schritt zum Selberfärben.


Hierzu habe ich mir zuallerster die Zutaten besorgt. Ein
empfehlenswerter Lieferant war im Internet schnell gefunden.

Der Komthur der Templer Tornow, Robert, hatte alles liebevoll vorbereitet. Die Tuppe hatte ein Metallgestell bekommen, darunter war mit Ziegelsteinen eine kleine Feuerstelle aufgebaut.

Am Sonntag, dem 22.04.2012 ging es dann los. Die Stoffe hatte ich in der Woche davor schon zu Hause vorbereitet. So hatte ich ein Stück Woll--Seidengemisch (50% SW, 50 % SE), dass ich gern krappgefärbt hätte. Zwei kleinere Wollstücke eines naturfarbenen Stoffes von naturtuche.de waren ebenfalls für die Krappfärbung vorgesehen. Diese Stoffe wurden in einer Beize mit Alaun und Weinstein in einem 20l-Lagertopf auf meinem Herd ca. 1 h gekocht und anschließend in der Waschmaschine bei 700/min geschleudert. Noch feucht wurden die Stoffe in einen Plastikbeutel gelegt und bis zum Wochenende so verwahrt.

Die schon etwas abgekühlte Beize benutzte ich dann auch noch für die anderen Stoffe: ein Stück cremefarbene Bourette-Seide sowie ein Stück Wollstoff in Köperbindung. Sie wurden über Nacht im Topf gelagert, anschließend ebenfalls leicht geschleudert und feucht verpackt.

Ich hatte mir aus einem dünnen Schleierstoff kleine Säckchen vorbereitet, in die ich das Färbegut legen konnte. So wurden die Farbstoffe freigesetzt, ich hatte aber anschließent (gerade bei der Birkenfärbung) nicht das Problem, dass ca. 1 kg kleine Birkenkrümel aus dem Stoff fummeln musste.

Das Ergebnis kann sich (größtenteils) sehen lassen:


Birkefärbung im Kessel


Birkefärbung gelb


vorn: Bourette-Seide, hinten Wolle: Birke erster Zug



Weiterentwicklung mit Eisensulfat


Wolle in Birkenfärbung nach Weiterentwicklung mit Eisensulfat
(leider etwas fleckig geworden)


Krappfärbung (1:1 mit Weizenkleie) im Kessel


vorn: Woll-Seidengemisch
hinten: 100% Wolle nach ca. 1 Stunde Farbbad unter 70°C


Reste: links Weizenkleiegemisch mit Krappresten
rechts Birkenblätter nach Färbung

Im Oktober konnte ich mich dann mal an eine Indigofärbung wagen. Nachdem ich lange im Netz nach einer guten und auch für Anfänger nachvollziehbaren Anleitung gesucht hatte, bin ich über diesen Link gestolpert. Indigo bekommt man hier recht gut, schnell und relativ günstig, den Rest kann man in jedem gut sortierten Supermarkt kaufen.

Indigofärbung Mara 2012

Gefärbt wurde wieder in Mildenberg, das Scheunenfest der Templer Tornow bot sich als Wochenendveranstaltung dazu geradezu an. Mit 50 gr Indigo erzielte folgende Ergebnisse:

Indigofärbung Mara 2012

5 m leichte Seide (80 gr/ lfm)
3 m mittelschwere Seide (120 gr/ lfm)
3 m schwerer Wollstoff (550 gr/ lfm)
diverse Kleinteile (Haarband aus Wollmusselin, Schleiertuch aus Wollmusselin, Seidentuch)
4 kleine Stränge Seidengarn

Fazit: Mit der o.g. Variante ist Indigofärben gar nicht schwer. Nach dem Trocknen erscheint die Seide aber etwas heller, so dass am nächsten Wochenende ein zweiter Färbeeinsatz geplant wird. Bei insg. 900 gr. Seide und 1650 gr. Wolle wären mind. 100 gr. Indigo sicherlich besser gewesen. Aber dennoch sind auch 50 gr. schon sehr ergiebig.
Besonders faszinierend war der Farnumschlag des im Sud gelb aussehenden Färbegutes an der Luft zu blau:

 



Hier bin ich demnächst zu finden:
 
05.-07.06.2015 Burg Brandenburg

19.-21.06.2015 Kaiserpfalz Tilleda
letzte Aktualisierung:
 
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Mara im TV:

31.08.2013 um 18:00 Uhr auf RBB
Link zur Mediathek hier auf der HP




 
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